Icing

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Beispiele für ein Icing (rot) und kein Icing (grün)
Hybrid Icing, Verteidiger ist als erster an der gedachten Linie
Hybrid Icing: Verteidiger und Angreifer sind auf gleicher Höhe
kein Hybrid Icing, das Spiel läuft weiter, da der Angreifer zuerst an der gedachten Linie ist
Icing the puck (deutsch, Unerlaubter Befreiungsschus, häufig auch Unerlaubter Befreiungsschuss oder Unerlaubter Befreiungsschlag) ist eine Regel im Eishockey (IIHF-Regelbuch Regel 460), bei der ein Spiel unterbrochen wird und mit einem Bully im Drittel der Mannschaft fortgesetzt wird, die das Icing verursacht hat. Zur Saison 2014/15 kommt in Europa weitgehend das sog. Hybrid Icing zur Anwendung, welches das herkömmliche Icing mit den Komponenten des Touch Icing kombiniert.


Inhaltsverzeichnis

Wann liegt ein Icing vor?

Icing liegt vor, wenn das angreifende Team den Puck aus der eigenen Spielhälfte (d.h. vor der roten Linie) bis über die gegnerische Torlinie spielt, ohne dass ein Mit- oder Gegenspieler die Scheibe bzw. den Puck berührt. Tritt dies ein, wird das Spiel von den Unparteiischen unterbrochen und mit einem Bully in der Verteidigungszone des angreifenden Teams fortgeführt. Das Bully wird auf der Seite ausgeführt, die näher zum Spieler ist, der das Icing mit seinem Schuß verursachte.

Wann wird ein Icing aufgehoben?

  • Wenn der Puck ins Tor geht, das Tor ist dabei regelkonform.
  • Wenn das angreifende Team zum Zeitpunkt des Schußes in Unterzahl spielt.
  • Wenn der Puck einen Gegenspieler oder Torhüter des gegnerischen Teams berührt.
  • Wenn der Puck unmittelbar bei einem Bully von einem Spieler über die gegnerische Torlinie geschossen wird.
  • Wenn der Linesman der Meinung ist, dass ein Gegenspieler (mit Ausnahme des Torhüters) in der Lage ist, in Puckbesitz zu gelangen, bevor der Puck die Torline passiert.
  • Wenn der Torhüter seinen Torraum verlässt oder der Torhüter bereits außerhalb des Torraumes ist und sich in Richtung Puck bewegt.

Wird ein angezeigtes Icing aufgehoben, so wird das mit dem Wash Out des Linesman angezeigt. Sollte zu Unrecht auf ein Icing entschieden worden sein, dann wird das Spiel mit einem Bully auf dem zentralen Anspielkreis fortgesetzt.


Mit der neuen Regelauslegung seit 2010 darf das Team, dass das Icing verursacht hat nicht mehr die Reihe wechseln, d.h. die sechs Spieler des angreifenden Teams, die sich um Zeitpunkt des Icings auf dem Eis befanden müssen beim nächsten Bully weiterhin auf dem Eis stehen. Erst nach dem erneuten Anspiel, dürfen die Spieler wechseln. Die Linesmen achten darauf, das ab dem Zeitpunkt wo das Icing mit Schuß des Spielers angezeigt wird, keine Spieler der angreifenden Mannschaft zum Wechseln fahren. Wechselt ein Team dennoch die Spieler, so kann der Schiedsrichter eine kleine Bankstrafe gegen das Team verhängen. Ausnahmen sind nur möglich, wenn ein Spieler verletzt ist, ein Torhüter durch einen zusätzlichen Feldspieler ersetzt wurde.


Hybrid Icing

Mit der Einführung des Hybrid Icing wird das Spiel nur dann unterbrochen, wenn der Puck über die beiden zuvor genannten roten Linien gespielt wird und

  • der verteidigende Spieler gegenüber dem angreifenden Spieler zuerst auf einer gedachten Linie zwischen den beiden Bullypunkten des Drittels ist oder
  • der verteidigende Spieler und der angreifende Spieler auf gleicher Höhe auf einer gedachten Linie zwischen den beiden Bullypunkten des Drittels sind.

Das Spiel läuft weiter bzw. das Icing wird aufgehoben, wenn der angreifende Spieler zuerst sich auf Höhe der gedachten Linie befindet.



Touch Icing

Das Touch Icing ist eine Variante des Icings, bei dem das Spiel erst unterbrochen wird, wenn der verteidigende Spieler vor dem angreifenden Spieler bei angezeigtem Icing den Puck erreicht. Berührt der Angreifer den Puck zuerst, so wird das Spiel fortgesetzt. Das Touch Icing wurde aber in den meisten Liga abgeschafft bzw. nicht eingeführt, da es ein sehr hohes Verletzungsrisiko für die Spieler birgt. Oftmals gab es im Sprintduell um den Puck schwerwiegende Body- und Bandenchecks, die nicht selten zu ernsthaften Verletzungen führten. Die Erweiterung und Optimierung dieser Regel mündete im Hybrid Icing.





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