Strafen

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Im Eishockey gibt es für Vergehen unterschiedlicher Art unterschiedliche Strafen. Geregelt sind die Strafen im zehnten Abschnitt des IIHF-Regelbuchs.

Inhaltsverzeichnis

Überblick

Abschnitt 10 - Beschreibung von Strafen im Spiel

ÜBERBLICK: Es folgen Definitionen, Erklärungen und Interpretationen von Fouls während des Spieles (welche die 60 Spielminuten, die Verlängerung, das Penalty-Schießen zur Ermittlung des Gewinners sowie die Zeit unmittelbar nach dem Spiel, wenn die Spieler die Eisfläche verlassen und sich in ihre Kabinen begeben).

IIHF Regelbuch (in Klammern alte Nummer) Strafe (englisch) Strafe (deutsch) Strafmaß (Min.) Anmerkung
116 Abuse of Officials Beschimpfung von Offiziellen 2 Minuten oder
Disziplinarstrafe oder
Spieldauer oder
Matchstrafe
117 Bench-Minor Kleine Bankstrafe 2 Minuten
118 Biting Beissen Matchstrafe
119 (520) Boarding Check gegen die Bande 2 oder
5+Spieldauer oder
Matchstrafe
bei einem Bandencheck mit Verletzungsfolge sind immer 5 + Spieldauer oder eine Matchstrafe zu geben
120 (556) Broken stick/playing with - replacing Gebrochener Stock - Spielen mit - Ersatz 2 Minuten -
121 (521) Butt-Ending Stockendstoss 2+2+10 oder
5+Spieldauer oder
Matchstrafe
Versuche werden mit 2+2+10 geahndet. Wird der Spieler durch den Stockendstich verletzt erfolgt eine Matchstrafe
122 (522) Charging Unerlaubter Körperangriff 2 oder
5+Spieldauer oder
Matchstrafe
Bei Verletzungen muss 5+Spieldauer oder eine Matchstrafe verhängt werden
123 (523) Checking from behind Check von hinten 2+10 oder
5+Spieldauer oder
Matchstrafe
Bei Verletzungen muss eine Matchstrafe verhängt werden
124 (540) Checking to the head and neck area Check gegen den Kopf oder Nacken 2+10 oder
5+Spieldauer oder
Matchstrafe
Bei Verletzungen muss eine Matchstrafe verhängt werden
125 (524) Clipping Check gegen das Knie 2 oder
5+SD oder
Matchstrafe
Bei Verletzungen muss 5+SD oder eine Matchstrafe verhängt werden
126 Closing hand on Puck Einschliessen des Pucks mit der Hand 2 oder
Strafschuss
127 (525) Cross-checking Check mit dem Stock 2 oder
5+SD oder
Matchstrafe
Bei Verletzungen muss 5+SD oder eine Matchstrafe verhängt werden
128 (555) Dangerous equipment gefährliche Ausrüstung Verwarnung oder
Disziplinarstrafe
-
129-137 (554) Delay of game Spielverzögerung
129 Adjustement of equipment Berichtigung der Ausrüstung 2
130 Displaced goal net Verschieben des Tores 2 oder
Strafschuss oder
technisches Tor
131 (557) Falling on the puck Fallen auf den Puck 2 Gegen einen Spieler der mit Absicht handelt werden 2 Minuten verhängt.
132 Freezing the Puck unnecessarily Unnötiges blockieren des Pucks 2
133 Goal celebration Torjubel Verwarnung oder
2 Minuten
134 Late Line-up Verspätetes Aufstellen 2 Minuten
135 Shooting or throwing the Puck out of play Schießen oder werfens des Pucks aus dem Spielfeld 2 Minuten
136 Substitution after an icing call Spielerwechsel nach Icing Verwarnung oder
2 Minuten
Nach einmaliger Verwarnung erfolgt eine 2 Minuten Strafe
137 Violation of faceoff procedurs Verstoss gegen Anspielverfahren Verwarnung oder
2 Minuten
Nach einmaliger Verwarnung erfolgt eine 2 Minuten Strafe
138 (576) Diving or embellishment Schwalbe oder Täuschung 2 Minuten -
139 (526) Elbowing Ellbogencheck 2 oder
5+ Spieldauer oder
Matchstrafe
Bei Verletzungen muss 5+SD oder Matchstrafe verhängt werden
140 (561) Engaging with spectators Auseinandersetzung mit Zuschauer Matchstrafe -
141 Fighting Faustkampf 5+ Spieldauer oder
Matchstrafe
-
142 (529) Head-butting Kopfstoß 5+10+SD oder
Matchstrafe
Bei Verletzungen muss eine Matchstrafe verhängt werden
143 (530) High-sticking Hoher Stock 2 oder
2+10+SD
Bei Verletzungen des Gegners muss eine 2+10+SD verhängt werden
144 (531) Holding Halten 2 Bei einer verhinderten Torschusschance wird vom Schiedsrichter ein Penalty oder ein technisches Tor gegeben
145 (532) Holding the stick Halten des Stocks 2
146 (533) Hooking Haken 2
147 Illegal Stick - Stick Measurement Illegaler Stock - Stockvermessung 2 Minuten oder
Disziplinarstrafe
148 Incorrect access to or from penalty box Unkorrektes Betreten oder Verlassen der Strafbank 2 Minuten
149 Injured Skater refusing to leave the ice Verletzte Spieler verweigern die Eisfläche zu verlassen 2 Minuten oder
Disziplinarstrafe
150 (534) Interference Behinderung 2 Minuten oder
5+ Spieldauer oder
Matchstrafe
Bei Verletzungen muss eine 5+ SD oder Matchstrafe verhängt werden
151 Inteference on a goalkeeper Behinderung am Torhüter 2 Minuten oder
5+ Spieldauer oder
Matchstrafe
Bei Verletzungen muss eine 5+ SD oder Matchstrafe verhängt werden
152 (535) Kicking Kicken Matchstrafe
153 (536) Kneeing Check mit dem Knie 2 Minuten oder
5+ Spieldauer oder
Matchstrafe
Bei Verletzungen muss eine 5+ SD oder Matchstrafe verhängt werden
154 Leaving the penalty box prematurely Zu frühes verlassen der Strafbank 2 Minuten oder
2+ Spieldauer
155 Playing without a helmet Spielen ohne Helm 2 Minuten
156 Pulling hair, helmet, cage Ziehen an den Haaren, Helm, Gitter 2 Minuten oder
5+ Spieldauer
157 (566) Refusing to start play Verweigerung das Spiel zu beginnen 2 Minuten oder
Spielabbruch
158 (527) Roughing Übertriebene Härte 2 Minuten
oder 2+2 Minunten
oder 5+ Spieldauer
Bei Verletzungen muss eine 5+SD verhängt werden
159 (537) Slashing Stockschlag 2 Minuten oder
5+ Spieldauer oder
Matchstrafe
Bei Verletzungen muss eine 5+SD oder eine Matchstrafe verhängt werden
160 Slew-Footing Slew-Footing Matchstrafe
161 (538) Spearing Stockstich 2+2+Disziplinarstrafe
5+ Spieldauer oder
Matchstrafe
Bei Verletzungen muss eine Matchstrafe verhängt werden
162 Spitting Spucken Matchstrafe
163 Taunting Verhöhnen, Verspotten Disziplinarstrafe
164 Team official entering the playing area Teamoffizieller betritt das Spielfeld Spieldauer
165 (568) Throwing the stick or any object Werfen eines Stocks oder Gegenstands 2 Minuten oder
Strafschuss
-
166 (573) Too many men Zu viele Spieler auf dem Eis 2 Minuten oder
Strafschuss
-
167 (539) Tripping Beinstellen 2 Minuten oder
5+ Spieldauer oder
Matchstrafe
Bei Verletzungen muss eine 5+SD oder eine Matchstrafe verhängt werden
168 (550) unsportsmanlike conduct unsportliches Verhalten 2 (Bankstrafe) oder
10 oder
SD oder
Matchstrafe
Die Strafe kann gegen das Team als Bankstrafe oder bei einem persönlichen Vergehen als Disziplinarstrafe verhängt werden. Matchstrafe werden für generelle Vergehen gegen Offizielle rund um das Spiel verhängt (z.B. Bespucken, obszöne Gesten, absichtliches Berühren von Offiziellen). Wirft ein Spieler einen Gegenstand auf das Spielfeld werden 2+SD verhängt. Ist unklar welcher Spieler das Vergehen begangen hat, wird eine kleine Bankstrafe verhängt.
169 (541) Illegal Hit (Women) Regelwidriger Check (Frauen) 2 oder
5+SD.
Bei Verletzungen muss eine SD verhängt werden

DEL im Dezember 2012

28.12.2012 - DEL geht härter gegen gefährliche Checks vor „hits from the blind side“ werden sanktioniert

Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) wird gefährliche Checks ab dem 1. Januar 2013 noch härter verfolgen und sanktionieren. Entsprechend einigten sich die Sportlichen Leiter aller 14 DEL-Clubs. „Wir haben lange diskutiert und wollen damit demonstrieren, dass die Gesundheit der Spieler an erster Stelle stehen muss“, sagte Jörg von Ameln, Leiter Spielbetrieb bei der DEL.

„Es geht vor allem darum, gefährliche und rücksichtslose Aktionen aus dem Spiel zu nehmen. Hierfür haben wir weitere Maßnahmen definiert“, so von Ameln. Demnach soll die IIHF-Regel 522 „Charging“ („unerlaubter Körperangriff“) dahingehend spezialisiert werden, dass sogenannte „hits from the blind side“, also Checks, die gegen einen erkennbar unvorbereiteten Spieler von der Seite kommend („toter Winkel“) ausgeführt werden, künftig ebenfalls unter diese Regel fallen.

Der Schiedsrichter kann eine solche Aktion mit einer „Kleinen Strafe“ (2 Minuten), „Großen Strafe“ (5 Minuten) nebst automatischer Spieldauer-Disziplinarstrafe oder einer Matchstrafe sanktionieren. Alle „Großen Strafen“ nebst automatischer Spieldauer-Disziplinarstrafe, die wegen „Charging“ dieses speziellen Falles verhängt werden, sollen automatisch durch den Disziplinarausschuss beurteilt werden.

Dies gilt bereits seit Beginn der laufenden Saison für Checks gegen den Kopf und Nackenbereich. Zudem sollen Spieler, die in den letzten zehn Minuten des Schlussdrittels oder in einer Verlängerung eine Auseinandersetzung gemäß des „Verursacher-Prinzips“ einseitig beginnen, mit einer „Kleinen“ oder „Großen Strafe“ nebst automatischer Spieldauer-Disziplinarstrafe oder Matchstrafe belegt werden. Sollte gegen den Gegenspieler ebenfalls eine Strafe verhängt werden, erhält der Verursacher zusätzlich eine weitere „Kleine Strafe“.

Quelle: www.del.org

Erklärung der deutschen Eishockeyschiedsrichter 2006

01.01.2006: Mehr Aufmerksamkeit bei Haken, Halten und Behinderung

Die deutschen Eishockeyschiedsrichter lenken ab dem 01.Januar 2006 ihre Aufmerksamkeit verstärkt auf die Regelverstöße Haken, Halten und Behinderung. Die Umsetzung erfolgt sowohl in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) sowie in allen Ligen des Deutschen Eishockey Bundes e.V. (DEB) inklusive deren Nachwuchsligen.

Die Schiedsrichter reagieren somit einerseits auf den nicht zufriedenstellenden Saisonverlauf sowie auf die aufkommenden Diskussionen hinsichtlich der durch den internationalen Eishockeyverband (IIHF) getätigten Aussage, dass die olympischen Spiele 2006 nach dem Standard der National Hockey League (NHL) geleitet werden. Die NHL hat bekanntlich im Bereich der Regelverstöße Haken, Halten und Behinderung die sogenannte „Null Toleranz“ Regel eingeführt.

Auch andere europäische Eishockeynationen wie die Schweiz und Schweden haben bereits reagiert und die Spiele der jeweiligen Ligen werden mit einer verschärften Auslegung durch die Schiedsrichter geleitet.

Der Schiedsrichterausschuss des Deutschen Eishockey Bundes unter Federführung von Obmann Bernd Schnieder hat die deutschen Eishockeyschiedsrichter umfangreich geschult. Anhand von vielen Videobeispielen wurden Situationen den Schiedsrichtern vorgestellt, die nach der verschärften Auslegung nicht mehr zukünftig erlaubt sind.

In der DEL wurden die Trainer in einem Meeting in Köln auf die strengere Handhabung vorbereitet. Auch hier wurden zahlreiche Videobeispiele mit Erläuterungen vorgestellt und anschließen ausführlich diskutiert

Dazu Holger Gerstberger, DEL SR Beauftragter: „Die verschärfte Auslegung im Bereich Haken, Halten und Behinderung, die im übrigen Standard des IIHF Regelwerks ist und auch für den Spielbetrieb in allen deutschen Ligen gilt, ist zu Beginn für die Beteiligten ein Lernprozess, der Zeit braucht und nur dann erfolgreich sein kann, wenn alle, also Schiedsrichter, Trainer und Spieler sowie Medien und Fans, dieses wollen und an einem Strang ziehen. Die NHL hat bewiesen, dass trotz größerer Anfangsschwierigkeiten der Weg absolut richtig ist. Der Erfolg sind noch attraktivere Spiele. Auch international wird das der Standard sein. Wir denken, dass wir alle Beteiligten gut vorbereitet haben und hoffen, dass trotz der sicherlich auch bei uns auftretenden Anfangsschwierigkeiten alle gemeinsam das Ziel verfolgen, den neuen Standard erfolgreich umzusetzen und dies nicht nur als Aufgabe der Schiedsrichter sehen“.

Deutscher Eishockey Bund e.v. gez. Holger Gerstberger DEB SR Ausschuss






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