Penaltyschuss

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Ein Penaltyschuss (engl. Penalty Shot) oder kurz Penalty ist ein Strafschuss im Eishockey (IIHF-Regelbuch - 508) der vom Schiedsrichter überwiegend dann ausgesprochen wird, wenn ein angreifender Spieler bei einer klaren Torchance in Form eines Alleingangs (engl. Breakaway) von hinten gefoult wurde. Das Foul kann durch Haken oder Beinstellen verursacht werden. Ein Penalty darf nur verhängt werden, wenn folgende fünf Voraussetzungen gegeben sind:

  • das Vergehen nicht in der eigenen Verteidigungszone passierte,
  • der gefoulte Spieler in Puckbesitz war und diesen kontrollieren konnte,
  • das Vergehen von hinten begangen wurde,
  • dem attackierten Spieler durch das Vergehen eine Torchance vereitelt wurde und
  • zwischen Torhüter und attackierten Spieler kein Gegenspieler mehr auf dem Eis war.


Ein Penalty wird aber auch aufgrund anderer Vergehen ausgesprochen, zum Beispiel bei Werfen eines Stocks oder Gegenstands innerhalb des Spielfelds, Werfen eines Stocks oder Gegenstands in einer Breaksituation oder Zu viele Spieler auf dem Eis.


Zeigt der Schiedsrichter einen Penaltyschuss an, so kreuzt er zunächst beide Arme mit geballten Fäusten und über seinem Kopf und zeigt anschließend auf den Anspielpunkt.


Ein Penaltyschuss bzw. mehrere Schüsse werden auch beim Penaltyschießen (engl. Shootout) benutzt, wenn in der regulären Spielzeit oder in der Verlängerung (engl. Overtime) keine Entscheidung gefallen ist.


Inhaltsverzeichnis

Penaltyschuss als Strafe aufgrund:

Regel 533 - Haken

Wird bei einem Alleingang der angreifende Spieler im gegnerischen Drittel durch Haken von hinten an einer klaren Torchance gehindert, so entscheidet der Schiedsrichter auf Penalty.

Regel 539 - Beinstellen

Wird bei einem Alleingang der angreifende Spieler im gegnerischen Drittel durch ein Beinstellen von hinten an einer klaren Torchance gehindert, so entscheidet der Schiedsrichter auf Penalty.

Regel 554b - Verschieben des Tores

Verschiebt ein verteidigender Spieler oder Torhüter in den letzten beiden Spielminuten absichtlich das Tor entscheidet der Schiedsrichter auf Penalty.

Regel 557 - Fallen auf den Puck durch Spieler

Blockiert ein verteidigender Feldspieler absichtlich den Puck innerhalb Torraum, so entscheidet der Schiedsrichter auf Penalty.

Regel 559 - Spielen des Pucks mit der Hand durch Spieler

Spielt ein verteidigender Feldspieler den Puck im Torraum mit der Hand, so entscheidet der Schiedsrichter auf Penalty.

Regel 562 - Spieler verlassen die Spieler- oder Strafbank

Verlässt ein verteidigender Spieler die Spieler- oder Strafbank um den puckführenden angreifender Spieler, der alleine auf das Tor zuläuft, am Torschuß zu hindern, so entscheidet der Schiedsrichter auf Penalty.

Regel 569 - Werfen eines Stocks oder Gegenstands innerhalb des Spielfelds

Regel 570 - Werfen eines Stocks oder Gegenstands in einer Breaksituation

Regel 573 - Zu viele Spieler auf dem Eis

Hat das verteidigende Team in den letzten zwei Spielminuten oder in der Verlängerung zu viele Spieler auf dem Eis, so entscheidet der Schiedsrichter auf Penalty.

Durchführung

Die Durchführung eines Penaltyschusses ist in Regel 509 (IIHF-Regelbuch) erläutert.

  • Seit 2010 muss der gefoulte Spieler selbst zum Penaltyschuss antreten.
  • Kann der gefoulte Spieler nicht bestimmt werden oder ist er verletzt worden, so muss vom Kapitän ein Spieler zum Penaltyschuss benannt werden, der zu dem Zeitpunkt des Fouls auf dem Eis stand
  • Vor 2010: Der Trainer oder der Mannschaftskapitän benennt gegenüber dem Schiedsrichter einen Spieler, der den Penaltyschuss ausführen soll
  • Alle Spieler beider Teams sollen zu ihrer Bank fahren, nur der ausführende Spieler und der verteidigende Torhüter bleiben auf dem Eis
  • Der Schiedsrichter legt den Puck auf den Anspielpunkt
  • Der Torhüter muss solange im Torkreis bleiben, bis der angreifende Spieler den Puck erstmals berührt hat
  • Der angreifende Spieler darf den Puck nur in Richtung der gegnerischen Torlinie bewegen
  • Nimmt der angreifende Spieler den Puck beim Anlaufen nicht mit, so darf er erneut anlaufen, sofern er ihn nicht berührt hat
  • Hat ein Spieler einmal geschossen, so gilt der Penaltyschuss als durchgeführt. Nachschüsse sind mehr möglich
  • Nach einem Tor gibt es Bully im Anspielkreis
  • Wurde kein Tor erzielt, gibt es Bully in der Zone der gegnerischen Mannschaft

Besonderheit

Hat ein verteidigendes Team den Torhüter bereits zu Gunsten eines weiteren Feldspielers (engl. Extra Attacker) vom Eis genommen und wird ein angreifender Spieler bei einem Alleingang gefoult, so wird vom Schiedsrichter sofort auf Tor entschieden.

Geschichte

Den Penaltyschuss gibt es seit 1921, als der Ligapräsident der Pacific Coast Hockey Association Franz Patrick dem Treiben mit Fouls bei Alleingängen ein Ende bereiten wollte und so gab es am 06. Dezember 1921 die erste Version eines Penaltyschusses im Eishockey. (Der Spieler war damals Tom Dunderdale, der Torhüter Hugh Lehman). Der Unterschied zur heutigen Form bestand jedoch darin, dass der Puck, ähnliche dem Fußball, 11 Meter vor dem Tor lag und der Spieler mit Anlauf den Puck auf das Tor schießen musste.

Im Jahre 1934 führte die NHL den Penaltyschuss ein.





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