Kunsteisbahn

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Eishockey wird seit Jahrzehnten weltweit auf Kunsteisbahnen gespielt, die mechanisch gekühlt werden und Eishockey das ganz Jahr über möglich machen. Die Abhängigkeit von den äußeren Temperaturen wie früher, als noch auf zugefroren Seen gespielt wurde, ist somit nicht mehr nötig. Über die Jahre wurden verschiedene Methoden aus der Kältetechnik angewandt, die für das Eishockey die notwendige Eisdicke gewährleisten. Aktuell werden auch synthetische Eisflächen permanent weiterentwickelt, die ein "Eislaufen" ohne Einsatz von Kälte oder Wasser ermöglichen.

Die Technik

Im Eishockey wird der Bereich des Spielfelds mit einer speziellen Kältemaschine gekühlt, so dass in diesem Bereich Wasser gefriert. Die Grundlage für eine Kunsteisbahn ist ähnlich einer Fußbodenheizung ein Netz aus (Polyäthylen-)Rohren, die einen Kühlkreislauf darstellen. Dieses Netz ist an einen Verteiler angeschlossen, der die Verbindung zu einem Wassertank, einer Wasserpumpe und einer Kältemaschine bilden. Über diesen Rohren befindet sich eine stabile und ebene (Beton-)Decke, auf der letztendlich auch die Spielfeldmarkierungen angebracht werden. (Früher wurden diese aufgemalt, mittlerweile häufig auch nur noch mit speziellen Folien auf dem Boden abgebildet. Wird die Kältemaschine in Betrieb genommen, wird ein bestimmtes Kältegemisch (vermehrt das umweltfreundliche Propylenglykol) durch die Rohe gepumpt und zirkuliert. (Früher wurde auch häufig das ätzende Ammoniak zur Kühlung eingesetzt). Das Gemisch kann auf bis -10 Grad abgekühlt werden. Ist das der Fall, gefriert langsam das Wasser über der Betondecke. Je mehr Wasser nun aufgetragen wird, desto höher kann die Eisschicht werden.

Es besteht auch mittlerweile die Möglichkeit sog. EPDM Eismatten auszulegen mit denen eine Kunsteisbahn relativ schnell und umkompliziert aufgebaut werden kann. Diese haben jedoch nicht die Belastbarkeit wie eine Kälteplatte aus Beton.

Bei großen warmen Multifunktionshallen kann die Technik oftmals den Temperaturen in den Hallen nicht genug Kälte entgegensetzen und das Eis wird weich und stumpf.


Geschichte

Im Jahre 1871 entwickelte von Prof. Carl von Linde am Polytechnikum (Rudolf Diesel war einer seiner Lehrer) in seinem Aufsatz die Grundzüge des "Kältetechnikverfahrens", das auch noch heute im sog. "Linde-Verfahren" Anwendung findet. In der Maschinenfabrik Augsburg (heute MAN) wurde dann Ende der 70er Jahre des 19. Jahrhunderts damit begonnen eine Kunsteisbahn zu erstellen. 1881 gelang das mit der Maschine mit der Typenbezeichnung "DRP 1250". Vorgestellt wurde die erste funktionierende Kunsteisbahn vom 20. Januar 1881 bis zum 01. November 1881 bei der Allgemeinen Deutschen Patent- und Musterausstellung in Frankfurt.

Die erste richtige betriebene Kunsteisbahn von Professor Carl von Linde entstand 1886 in Nürnberg die Hallen-Eisbahn an der Bayreuther Straße. Nachdem 1905 diese wieder geschlossen wurde, entstand 1936 in Nürnberg zu Ehren von Professor Carl von Linde das Linde-Stadion.

1892 entstanden in München und 1909 in Wien weitere Kunsteisbahnen von Professor Carl von Linde.


Die weltweit erste mechanisch gekühlte Eisbahn entstand 1876 in Chelsea (England) von John Gamgee mit einer Kältetechnik von Amé Jules Pictet, konnte aber nicht für den Eissport verwendet werden, wie er auf Natureis gespielt wurde. Die kurz darauf eröffnete Eisfläche in Rusholme (Manchester) war zwar eine Verbesserung, aber ebenfalls kein vollwertiger Eisersatz. Nebelprobleme zwangen Gamgee letztendlich die Eisflächen wenig später wieder zu schließen. Aus diesem Grund wird Lindes Kunsteisbahtechnik als die erste funktionierende Kunsteisbahn Europas bezeichnet, weil sie die natürlichen Eisverhältnisse für den Eissport sehr gut abbilden konnte und in Grundzügen auch noch heute Bestand hat.

Wie wir das Eis gemacht?





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